Der Fuß
Der menschliche Fuß ist eine äußerst komplexe anatomische Struktur mit 26 Knochen, über 100 Bändern und einer Vielzahl von Muskeln, die 33 Gelenke so miteinander verbinden, dass im Idealfall das Längs- und Quergewölbe als Stoßdämpfer die Aufprallenergie bei jedem Schritt abfedern. Wir Menschen umrunden während unseres Lebens 2-4x die Erde, das sind ca. 200 Mio. Schritte.
Die Belastungsstabilität ist nur durch eine dreidimensionale Verschraubung, welche das Quer- und Längsgewölbe aufspannt, bedingt. Beim Gehen verteilt sich die Hauptbelastung des Fußes idealer Weise von der Ferse hinten unten außen über den Fußrücken bis vorne unten innen zum Großzehenballen. Betrachten wir den Bewegungsapparat im Gesamten so erkennen wir, dass es sich um eine dynamische Spiralbewegung, die sich letztlich als Grundprinzip durch den ganzen Körper zieht, handelt.
Dem gegenüber steht, dass unser Lebensstil mit viel Sitzen und wenig Bewegung unsere Fußmuskeln deutlich unterfordert. Kein Wunder, dass schon Füße im Jugendalter bei plötzlichen kraftvollen Sportaktivitäten wie Stopp-and-Go-Sportarten (Tennis, Fußball, etc.) oder Wandern auf unebenem Gelände überfordert werden, geschweige denn im höheren Alter, wo die in- und extrinsischen Fußmuskulatur bereits durch das ständige Schuhetragen geschwächt sind. Zu bedenken ist, dass unsere Füße Schwerstarbeit leisten. Alleine beim Stehen muss die Ferse ¾ des Körpergewichtes aufnehmen können, beim Laufen wirkt auf die Achillessehne bei Bodenkontakt bis zu 1 Tonne Aufpralllast. Kein Wunder, dass es so zu Überlastung kommt mit Sehnenentzündungen, Bone bruise bis zu hin zu einem Ermüdungsbruch oder im schlimmsten Fall zu einem Achillessehnenriss.
Diese Verletzungen auszuheilen kann von einigen Wochen bis zu mehreren Monaten dauern. Je schneller ein(e) Facharzt(-ärztin) aufgesucht wird, desto eher ist mit einer kürzeren Erholungsphase der Füße zu rechnen.
Dabei wäre Barfußgehen, das schon in der Jugend gefördert gehört, die einfachste Kraftübung für die Füße. Auch Übungen, wie mit den Zehen Handtuch raffen, bewusstes Zehenspreizen und -beugen, verbessern oft beginnende Beschwerden, wenn sie konsequent über mehrere Monate täglich durchgeführt werden. Da viele Freizeitsportler*innen laufen, ist zu betonen, dass eine physikalischorthopädische Untersuchung des Bewegungsapparates und individuelles, gezieltes Trainieren jener Muskulatur, die möglicherweise bereits durch Fehlstellungen im Bewegungsapparat oder im Fußbereich dysfunktional arbeitet, ein wesentlicher Schritt der Selbstfürsorge ist.
Fachärztinnen für Physikalische Medizin werden häufig von Patientinnen konsultiert mit Schmerzen durch Sprunggelenksarthrosen, Überlastungen von Sehnen, bei Metatarsalgien, die häufig durch SenkSpreiz-Füße bedingt sind. Es werden jedoch nicht nur die Füße sondern auch Fehlstellungen der Knie,
Hüften und Wirbelsäule mitbetrachtet. Neben einer möglicherweise notwendigen konservativen Schuhversorgung ist die interdisziplinäre Zusammenarbeit mit Fachärztinnen für Orthopädie sowie Podologen und orthopädischen Schuhmachern sowie spezialisierten Physiotherapeutinnen wichtig, um
einen optimalen Therapieeffekt zu erzielen. Als Schmerztherapie eignen sich neben manuellen Methoden auch Tapen und Elektrotherapie mit z.B. Radiofrequenz oder Tens.